Bericht über unsere 4. mehrtägige Radtour von Mainz nach Erftstadt-Gymnich.

 

Liebe Radsportfreunde von Staubwolke Gymnich,

 

unsereTour begann am Freitag, 28.8.2015 um 6.15 Uhr mit der Fahrt zum Bahnhof Liblar. Der Zug brachte uns zum Hbf nach Köln verbunden mit der Weiterfahrt im IC 115 nach Mainz. Im Hbf Mainz ausgestiegen, war der Wettergott uns nicht gutgesonnen, es regnete. Wir zogen uns entsprechend regenfest an und fuhren direktzum Kaiserdom St. Martin.

 

Nach der Besichtigung des Doms wurde die obligatorische Kerze angezündet und für eine unfallfreie Fahrt gebetet. Anschließend fuhren wir zum Mainzer Wochenmarkt, der zu einem der schönsten in ganz Deutschland zählt. Hier haben wir uns gestärkt und eine warme Fleischwurst mit Brot verzehrt. Während wir die Altstadt besuchten, hörte der Regen allmählich auf. Unsere Fahrt rheinabwärts konnte beginnen. Wir fuhren zum Rhein und mussten auf die andere, rechte Rheinseite,weil dieser Radweg der Schönere ist. Wir sind die Rheinuferpromenade entlanggefahren vorbei am Kurfürstlichen Schloß, weiter über die parkähnliche Uferstraße, die durch viele schöne alte Weinorte vorbei an Weinberge, Schlösser und Yachthäfen führt. Auf unserem weiteren Weg passierten wir Mainz-Kastell, Wiesbaden-Biebrich mit dem schönen Schloß Biebrich und den Weinort Walluf. Nächster Zwischenstopp war Eltville mit einer schönen historischen Altstadt, die uns inspirierte beim Italiener einen kleinen Imbiss (Bruschetta) einzunehmen. Gut gestärkt sind wir auf unseren Rädern  u.a. an der Sektkellerei MM, Erbach und ander schönen Rheininsel Mariannenaue mit Schloß Reinhartshausen vorbei gefahren.Der gut ausgebaute Radweg führte uns an den Weinorten Hattenheim und Oestrich-Winkel vorbei, bis wir an unserem nächsten Etappenziel in Rüdesheim angekommen waren. Dort haben wir zunächst unser Hotel aufgesucht und uns frisch gemacht. Im weiteren Tagesverlauf haben wir die Altstadt von Rüdesheim mit ihren zahlreichen Türmen besichtigt. Das Niederwalddenkmal konnten wir leider nur aus der Ferne besichtigen. Nach dem kulturellen Teil folgte dann ein Zwischenstopp an einem Weinstand, an dem wir den ersten Tropfen Wein zu uns nahmen. Den Abend haben wir in einem schönen Restaurant eingeleitet. Anschließend zogen wir mit einer guten Grundlage weiter in Richtung Drosselgasse. Erstaunlicherweise waren die Läden nicht sonderlich gut besucht. Auffällig war jedoch, dass viele Asiaten (Japaner, Chinesen) auf Europatour waren. Nach diversen Schoppen, die wir uns hier und dort gönnten, hatten wir schon bald die nötige Bettschwere, um den Abend in Ruhe ausklingen zu lassen. Nach einer erholsamen Nacht im Hotel haben wir am nächsten Morgen zuerst gut gefrühstückt, im Hotel ausgecheckt und uns für die Weiterfahrt fertig gemacht.

 

Die zweiteTagesetappe begann zunächst auf der Rheinfähre, die uns auf die linke Rheinseite beförderte, um von dort aus Richtung Bacharach weiter zu radeln. Auf der Strecke passierten wir u.a. den Mäuseturm, das Bingerloch, verschiedene Burgen (Rheinstein, Sooneck, Hohneck) und die Ruine Fürstenberg. Die ersteTagesrast legten wir in Bacharach ein. Dort nutzen wir die Zeit, um die Altstadt mit ihren schönen Fachwerkhäusern zu besichtigen. Der Ort ist touristisch voll erschlossen.

 

Die Radtour ging weiter nach Oberwesel. Wir folgten den Schleifen des Rheins und sahen nach ca. 4 Km am gegenüberliegenden Ufer den Loreleyfelsen. Die Loreley, die in vielen Liedern und Geschichten beschrieben wurde, verpflichtete uns zu einem weiteren Zwischenstopp. Nach dem wir ein schönes Lokal direkt am Rhein aufgesucht und vorzüglich gespeist hatten, hatten wir noch die Gelegenheit, die Schifffahrt auf der engsten Stelle im romantischen Rheintal zu beobachten. Anschließend fuhren wir über St. Goar vorbei an mächtigen Burgen aus dem Mittelalter wie Burg Rheinfels und Burg Maus. Der gut ausgebaute Radweg führte uns direkt zum unserem zweiten Etappenziel in Boppard.

 

Nach der Ankunft im Hotel wurde kurz geduscht und die Klamotten gewechselt. Dann haben wir uns auf den Weg gemacht, um den sonst so pulsierenden Ort Boppard „unsicher zu machen“. Dort ausgerechnet zu der Zeit war hier überhaupt nichts los, „Tote Hose“ sozusagen. Nichts desto trotz haben wir ein gutes Restaurant aufgesucht, in dem wir sehr gut speisen und einen guten Tropfen heimischen Weins genießen konnten. Während dessen erzählten die Kollegen lustige Anekdoten, die sie bei früheren Aufenthalten in Boppard erlebt haben. Wir hatten einen wunderschönen und unterhaltsamen Abend und sind frühzeitig ins Hotel zurückgekehrt.

 

Am nächsten Morgen beim Frühstück haben wir aufgrund der vorhergesagten tropischenTagestemperaturen beschlossen, einen Teil der Strecke bis Koblenz  mit dem Schiff zu fahren. Also sind wir zunächst zum Anlegeplatz gefahren und haben uns für die nächste Fahrt Tickets besorgt. Um 11.50 Uhr gingen wir an Bord von Motorschiff Loreley, machten unsere Fahrräder fest und nahmen Platz auf dem Oberdeck. Dann hieß es „Leinenlos“ und die Rheintour begann. Bei schönstem Wetter haben wir tolle Eindrücke der faszinierenden Landschaft, der vielen Burgen und Weinberge gewonnen. Wir schifften an den Orten Filsen, Oster-, Unter-, Oberspay, Braubach mit der berühmten Marksburg, Brey, Rhens (Rhenser Brunnen) und Lahnstein vorbei.

 

In Koblenz am Deutschen Eck angekommen, fuhren wir ca. 500 Meter, als uns die Polizei mit dem Hinweis stoppte, dass eine Weiterfahrt zurzeit nicht möglich ist. Wie die Polizei uns mitteilte, wurde eine 1.000 Kg – Bombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden, die nun entschärft werden musste. Dadurch hatten wir eine„Zwangspause“ von rd. einer Stunde, die wir mit einem Snack und einer kalten Cola gut überbrücken konnten. Anschließend konnte die Fahrt an der Promenade entlang der Mosel fortgesetzt werden. Wir überquerten die Mosel zum Rheinradweg. Dabei kamen wir an der im Rhein liegenden Insel Niederwerth und verschiedenen Ortschaften wie Bendorf, Weißenthurm und Andernach vorbei. Die Fahrt wurde durch die tropischen Temperaturen (gefühlte 45  C) erschwert. Wir nutzen jede Gelegenheit, um unseren Flüssigkeitsbedarf zu stillen.

 

Die nächsten Orte, die auf unserer Strecke lagen, waren Namedy, Brohl und Bad Breisig. Wir nutzen die wunderschöne Promenade in Bad Breisig für eine weitere Rast, um uns eine Abkühlung in Form von Kaltgetränken und einer kleinen Stärkung zu gönnen. Leider wurde der Aufenthalt durch eine Vielzahl von Wespen gestört, so dass unsere Rast nur von kurzer Dauer war. Die Weiterfahrt von Bad Breisig führte uns über Sinzig hin zu unserem dritten Etappenziel in Remagen-Kripp.

 

Nach einer schweißtreibenden Tagestour haben wir erschöpft und ausgelaugt in unserem Hotel eingecheckt. Obwohl die erfrischende Dusche uns allen gut getan hat, hielt sich die Lust auf größere Aktivitäten stark in Grenzen. So beschlossen wir, dass wir nach einem kurzen Rundgang durch die Ortschaft einen geruhsamen Abend in unserem schönen Hotel verbringen wollten. Hier haben wir einen hervorragenden Service und gutes Essen genossen. Im Verlauf des Abends haben wir die Fahrt Revue passieren lassen sowie die Planung des folgenden Tages besprochen.

 

Am Morgen des letzten Tages unserer Radtour trafen wir uns beim Frühstück. Da ähnlicheTemperaturen wie am Tag zuvor vorhergesagt waren, beschlossen wir, mit dem Fahrrad zum Bahnhof nach Remagen zu fahren, um von dort aus die Weiterfahrt mit der Bahn zu bestreiten. Vorher haben wir es uns aber nicht nehmen lassen, die Sehenswürdigkeiten von Remagen, vor allem die im Krieg zerstörte Rheinbrücke, zu besichtigten.

 

In Brühl angekommen sind wir die letzten Kilometer nach Erftstadt zu unseren Liebsten mit dem Fahrrad gefahren. Hier wurden wir herzlich empfangen und gelobt, dass wir Rücksicht auf unsere Gesundheit genommen haben und nicht den schweißtreibenden Weg mit dem Fahrrad zurückgelegt haben. 

 

Rückblickend hatten wir eine sehr schöne, harmonische und vor allem unfallfreie Fahrt. Insbesondere die Landschaft sowie die Beschaffenheit der Radwege machten dieseTour zu einem einmaligen Erlebnis.

 

Ich wünsche uns weiterhin noch ein paar schöne gemeinsame Radtouren, solange unsere Gesundheit das zulässt.

 

Gerd

 

An der Tour nahmen Teil: Reiner Feil, Peter-Paul Fuhs, Wolfgang Dörken und GerdSchiffer.

 

 

Erftstadt Gymnich im September 2015